Bestände
Der Bestand ist die Angabe, die sich am häufigsten ändert und deren Fehler am meisten kostet. Ein falscher Beschreibungstext ärgert niemanden. Ein Artikel, der im Shop noch verfügbar aussieht, aber nicht mehr im Regal steht, kostet eine Bestellung, eine Entschuldigung und im Zweifel den Kunden.
Deshalb behandelt TRADElube Bestände anders als die übrigen Produktdaten, und dieser Unterschied ist das Thema dieser Seite.
Der Bestand hängt am Produkt und am Lager
Ein Bestand ist keine Zahl am Produkt, sondern eine Zahl je Lager. Am Produkt finden Sie sie im Bereich Lager und Versand, als Zeile je Lager.

Zwei Dinge folgen daraus, und beide werden regelmäßig übersehen:
- Varianten führen ihren eigenen Bestand. Eine Variante ist ein vollwertiges Produkt (siehe Datenmodell), und der Hauptartikel hat keinen Bestand, der für die Familie gälte. Zwölf Dosen Weiß und keine Dose Schwarz sind zwei Zahlen, nicht eine.
- Die Zahl kann aus beiden Richtungen kommen. Meist liefert das System, das die Ware tatsächlich bewegt, den Bestand an TRADElube, und TRADElube trägt ihn in die angebundenen Shops und Marktplätze. Es gibt dafür Aufgaben in beide Richtungen. Welche ein System anbietet, steht unter Kanäle und Aufgaben.
Warum Bestände eine eigene Aufgabe bekommen
Für Bestände gibt es eine eigene Aufgabe, etwa Lagerbestände Hochladen, getrennt vom Produktupload. Das sieht nach unnötiger Arbeit aus und ist der Grund, warum Bestände überhaupt aktuell sein können.
Dahinter steht ein Größenunterschied. Eine Bestandsübertragung schreibt eine Zahl je Artikel, ein Produktupload den ganzen Datensatz, mit Texten, Preisen, Eigenschaften, Kategorien und Bildern. Er entscheidet darüber, wie oft eine Aufgabe überhaupt laufen kann.
Genau das bildet TRADElube ab: Das Feld Leistung einer Aufgabe bietet nur die Takte an, die ihre Aktion verträgt. Eine Bestandsaufgabe lässt sich bis auf 30 Sekunden herunterstellen, ein Produktupload nicht, dort ist bei zehn Minuten Schluss. Sie können also nicht versehentlich einen vollständigen Produktabgleich im Minutentakt einplanen, und Sie müssen den Bestand nicht auf das Tempo der Produktdaten bremsen.
Dazu kommt die Wirkung im Störungsfall. Zwei Aufgaben laufen getrennt voneinander: Bleibt der Produktupload an einem fehlerhaften Datensatz hängen, laufen die Bestände weiter. Wäre der Bestand Teil des Produktuploads, stünde die wichtigste Zahl still, bis der unwichtigste Fehler behoben ist.
Mehrere Lager
Lager legen Sie unter Einstellungen an, über die Schaltfläche Lager, mit einer Position und einem Namen. Mehr braucht ein Lager nicht, denn es ist eine Unterscheidung und keine Adresse.
Wer ein Lager anlegt, ändert damit sofort jeden Artikel: Jedes Produkt bekommt von selbst eine Bestandszeile mit dem Wert 0, ohne dass Sie eines davon anfassen. Genauso verschwinden die Zeilen wieder, wenn das Lager gelöscht wird.
Solange Sie nur ein Lager führen, brauchen Sie diesen Abschnitt nicht. Die eine Zeile am Produkt ist dann der Bestand, und der Transferplan hat nichts zu unterscheiden.
Was davon im angebundenen System ankommt, entscheidet der Transferplan: Dort steht, welches Lager übertragen wird. Das ist auch der Grund, warum ein zweites Lager nicht von selbst irgendwo auftaucht. Die meisten Onlineshops kennen genau eine Bestandszahl je Artikel, und welche das sein soll, kann nur die Konfiguration wissen.
Ein Samstag im Laden
Angenommen, Sie verkaufen einen Lack im Ladengeschäft und im Shop und führen dafür zwei Lager, Versandlager und Filiale. Bestellbar im Shop soll nur sein, was im Versandlager liegt. Vier Einstellungen legen das fest:
| Was Sie einstellen | Ihre Wahl |
|---|---|
| Lager unter Einstellungen | Versandlager, Filiale |
| Transferplan der Aufgabe Lagerbestände Hochladen | Versandlager |
| Leistung der Bestandsaufgabe | 30 Sekunden |
| Leistung des Produktuploads | Nächtlich |
Am Samstagvormittag gehen im Shop vier Dosen weg, und Ihre Warenwirtschaft meldet den neuen Bestand an TRADElube. Eine halbe Minute später steht er im Shop. Die Dosen in der Filiale bleiben davon unberührt, weil der Transferplan sie gar nicht überträgt.
Liefen die Bestände im Produktupload mit, stünde die alte Zahl bis zur folgenden Nacht im Shop. An einem Samstag mit Kundschaft sind das zehn Stunden, in denen Sie Ware verkaufen, die es nicht mehr gibt.
Der Preis dieser Aufteilung ist gering und sei genannt: Es sind zwei Aufgaben statt einer, also zwei Zeitpläne, zwei Transferpläne und im Störungsfall zwei Stellen, an denen man nachsieht.
Lieferzeiten sagen etwas anderes als Bestände
Eine Lieferzeit beantwortet die Frage, wie lange es dauert, ein Bestand die Frage, wie viel da ist. Die beiden stehen im selben Bereich und werden trotzdem gern verwechselt.
Lieferzeiten legen Sie unter Einstellungen an, über die Schaltfläche Lieferzeiten. Jede trägt einen Namen, eine Einheit und eine Spanne aus Min. Dauer und Max. Dauer.

Auf die Spanne kommt es dabei an. Ein Onlineshop zeigt „Lieferzeit 3 bis 5 Tage" an, weil niemand einen Tag garantieren kann und ein einzelner Wert entweder zu optimistisch oder zu vorsichtig wäre. TRADElube führt deshalb beide Werte und nicht einen.
Am Produkt wählen Sie eine der angelegten Lieferzeiten aus. Bei einem neu angelegten Produkt geht das oft von selbst: Trägt die gewählte Lieferart eine Standard-Lieferzeit, wird sie übernommen, solange das Feld noch leer ist. Bei einem bestehenden Produkt greift das nicht, damit eine Änderung an der Lieferart keine bereits gepflegte Lieferzeit überschreibt.
Zusammenspiel
- Im Transferplan der Bestandsaufgabe steht, welches Lager in welches Feld des Zielsystems geht.
- Die Erneuerungszeit an der Aufgabe entscheidet daneben, wann ein Datensatz erneut übertragen wird, auch wenn sich nichts geändert hat. Bei Beständen ist das der Sicherheitsgurt gegen eine Abweichung, die niemand bemerkt hat.
- Weicht ein Bestand im Shop ab, zeigt die Nachverfolgung je Datensatz, welcher Wert wann übertragen wurde.
- Die Kanalzuordnung ist die Voraussetzung dafür, dass eine Bestandszahl im Zielsystem den richtigen Artikel trifft.
Weiterführend
- Bestand weicht ab: Ursachen und Prüfschritte
- Lager (Referenz): die Felder eines Lagers
- Bestell- und Versandlisten (Referenz): Lieferzeiten, Lieferarten und die übrigen Listen
- Aufgaben (Konzepte): Zeitplanung, Leistung und Erneuerungszeit im Einzelnen
- Datenmodell: wo Bestände im Modell hängen