Preise

Ein Preis steht in TRADElube nicht als einzelnes Feld am Produkt. Er gehört immer zu einer Preisgruppe, und ein Produkt trägt so viele Preise, wie Sie Gruppen eingerichtet haben.

Der Grund dafür steht am anderen Ende der Leitung. Ein Onlineshop kennt Kundengruppen mit eigenen Preisen, eine Warenwirtschaft führt Einkaufs- und Verkaufspreise nebeneinander, und ein Marktplatz will genau einen davon. Ein einzelnes Preisfeld könnte keinen dieser Fälle bedienen.

Preisgruppen

Preisgruppen richten Sie einmal unter Einstellungen ein, über die Schaltfläche Preise. Vier davon bringt jeder Mandant von Anfang an mit, je eine vom Typ Einkaufspreis, Verkaufspreis, Aktionspreis und Listenpreis. Ihre Namen sind vorbelegt und von Ihnen änderbar, und weitere Gruppen legen Sie selbst an, etwa einen Handwerkerpreis für gewerbliche Kunden.

Einstellungen mit den fünf Preisgruppen und ihren Typen

Jede Gruppe trägt drei Angaben: die Position, die ihre Reihenfolge am Produkt bestimmt, den Name, den Sie frei wählen, und den Typ.

Am ehesten missverstehen lassen sich dabei Name und Typ, und die beiden sind zwei verschiedene Dinge. Der Name ist Ihre Bezeichnung, der Typ sagt TRADElube, wie die Gruppe gemeint ist. Mehrere Gruppen dürfen denselben Typ haben: Verkaufspreis und Handwerkerpreis sind beide vom Typ Verkaufspreis, und genau deshalb kann eine Bestellung mit beiden rechnen.

Zwei Stellen hängen unmittelbar am Typ:

  • Beim Anlegen einer Bestellposition holt TRADElube den Preis aus der ersten Gruppe vom Typ Verkaufspreis, in der Reihenfolge der Einstellungen. Wer eine Gruppe nach vorn zieht, ändert damit auch, welcher Preis in eine neue Bestellposition läuft.
  • Nur beim Typ Aktionspreis gibt es die Spalten Gültig Von und Gültig Bis. Bei allen anderen Typen wird ein eingetragener Zeitraum wieder verworfen, denn ein Preis ohne Ablaufdatum ist der Normalfall, und ein Zeitraum, den niemand auswertet, wäre eine Falle.

Am Produkt steht je Gruppe ein eigener aufklappbarer Bereich, gefüllt oder leer. Leere Gruppen sind der Normalfall und kein Mangel: Wer keine Aktionspreise führt, lässt die Gruppe leer, und im Zielsystem kommt nichts an.

Wird eine Preisgruppe gelöscht, verschwinden mit ihr die Preise dieser Gruppe an allen Produkten. Eine Gruppe, die nicht mehr gebraucht wird, bleibt deshalb besser leer stehen, statt gelöscht zu werden.

Netto oder brutto: Sie entscheiden je Preis

Am Produkt stehen im Bereich Preise zwei Spalten nebeneinander, Nettopreis und Bruttopreis. Sie tragen in genau eine davon ein, und TRADElube rechnet die andere aus dem Steuersatz aus. Welche das ist, sehen Sie sofort: Der ausgerechnete Wert steht grau, der eingetragene schwarz.

Bereich Preise am Produkt mit Steuersatz und den Preisgruppen

Diese Wahl gilt je Preiszeile, nicht je Mandant. Der Einkaufspreis kommt vom Lieferanten netto, der Verkaufspreis wird im Shop brutto ausgezeichnet, und beides steht am selben Produkt, jedes auf seiner Seite eingetragen.

Gespeichert wird dabei immer der eingetragene Wert, nie der ausgerechnete. Das klingt nach einer Feinheit und ist der Unterschied zwischen einem Preis, der stimmt, und einem, der wandert: Ein Bruttopreis, der in Netto umgerechnet und beim nächsten Speichern wieder zurückgerechnet würde, verliert bei jeder Runde einen Rundungsschritt. Ändert sich später der Steuersatz, ändert sich deshalb nur die ausgerechnete Seite. Ein Verkaufspreis von 24,90 Euro brutto bleibt 24,90 Euro brutto.

Der Steuersatz steht am Produkt

Steuersätze richten Sie unter Einstellungen ein, über die Schaltfläche MwSt. Sätze, mit einem Namen und einem Prozentwert. Zwei sind vorhanden: Standard mit 19 Prozent und Ermäßigt mit 7 Prozent. Beide Namen können Sie ändern.

Ausgewählt wird der Satz einmal je Produkt, im Bereich Preise über der Liste der Gruppen, und er gilt dann für alle Preise dieses Produkts. Das ist keine Vereinfachung, sondern die Sache selbst: Der Steuersatz hängt an der Ware, nicht an der Kundengruppe. Ein Buch bleibt ermäßigt besteuert, gleich ob es zum Verkaufs- oder zum Handwerkerpreis über den Tisch geht.

Wird ein Steuersatz gelöscht, verlieren die Produkte, die ihn benutzt haben, ihre Angabe. TRADElube merkt sich diese Produkte dabei als geändert, sodass die nächste Ausführung sie erneut überträgt. Das ist derselbe Gedanke wie überall in der Übertragung: Eine Änderung an einer Stelle, die viele Datensätze betrifft, darf nicht dazu führen, dass das Zielsystem still auf altem Stand bleibt.

Ein Preis trägt keine Währung

TRADElube führt einen Preis als Zahl. Es gibt keine Währungsliste in den Einstellungen und kein Währungsfeld am Preis, und daraus folgt eine Regel, die man kennen muss, bevor sie einen einholt: Alle Preise eines Mandanten sind in derselben Währung geführt. Welche das ist, wissen Sie, TRADElube nicht.

Verlangt ein angebundenes System eine Währung, dann kommt sie aus dem Transferplan und steht dort als fester Wert. Dieselbe Stelle ist auch der Hebel, wenn ein Zielsystem eine andere Angabe erwartet.

Staffelpreise

Innerhalb einer Preisgruppe können mehrere Zeilen stehen, jede mit einer Mengenspanne aus Menge Von und Menge Bis. Damit hinterlegen Sie einen Mengenrabatt, ohne dafür eine zweite Preisgruppe zu brauchen.

Preisgruppe mit drei Staffelzeilen und der Spalte Rabatt

Die Zeilen hängen aneinander, und TRADElube hält sie lückenlos: Die erste Zeile beginnt immer bei 1, die letzte bleibt nach oben offen, und wenn Sie bei einer Zeile Menge Von ändern, zieht die Zeile darüber ihr Menge Bis nach. Der Grund ist die Übertragung. Ein Zielsystem fragt nach dem Preis für eine Menge und braucht darauf genau eine Antwort. Eine Lücke zwischen 10 und 25 oder eine Überschneidung wäre im Shop entweder ein fehlender oder ein zufälliger Preis, und beides fällt erst beim Kunden auf.

Ab der zweiten Zeile erscheint zusätzlich die Spalte Rabatt. Sie zeigt den Abstand zur ersten Zeile in Prozent und lässt sich auch selbst ausfüllen, dann rechnet TRADElube den Preis daraus. Eine neu angelegte Zeile übernimmt dabei, was sich aus den vorhandenen ablesen lässt: den bisherigen Rabattschritt, wenn einer erkennbar ist, sonst den Preis der Zeile darüber. Bei drei oder vier Staffeln je Produkt ist das der Unterschied zwischen Tippen und Nachrechnen.

Ein Handwerkerpreis, eingerichtet

Angenommen, Ihre gewerblichen Kunden sollen andere Preise sehen als Ihre Endkunden, im Shop als eigene Kundengruppe. In TRADElube sind das fünf Entscheidungen:

Was Sie entscheiden Ihre Wahl Warum
Name der Gruppe Handwerkerpreis So steht sie in den Einstellungen und am Produkt
Typ Verkaufspreis Damit eine Bestellposition mit diesem Preis rechnen kann
Position hinter dem Verkaufspreis Die erste Gruppe dieses Typs füllt neue Bestellpositionen, und das soll der Endkundenpreis bleiben
Eingabespalte Nettopreis Gewerbliche Kunden rechnen netto. Der Bruttopreis steht grau daneben
Mengenrabatt zweite Zeile ab 12 Stück Eine Staffel in derselben Gruppe, keine zweite Gruppe

Ein Schritt fehlt danach noch, und er steht nicht auf dieser Seite: Im Transferplan der Aufgabe Produkte Hochladen braucht die neue Gruppe eine Zuweisung auf die Kundengruppe des Shops. Ohne sie steht der Handwerkerpreis am Produkt und sonst nirgends.

Bemerkenswert ist auch, was dabei nicht anfällt: keine zweite Produktliste, keine Kopie des Sortiments, keine Änderung an der Software. Der Preis dafür steht in der dritten Zeile. Zieht später jemand die neue Gruppe in den Einstellungen nach oben, laufen ab dann Handwerkerpreise in neue Bestellpositionen, und das ohne Meldung, weil beide Gruppen denselben Typ tragen und die Reihenfolge die einzige Unterscheidung ist.

Zusammenspiel

  • Im Transferplan hat der Bereich Preise einen eigenen Abschnitt, in dem je Preisgruppe entschieden wird, wohin sie im Zielsystem geht.
  • Welche Preise ein angebundenes System aufnimmt, entscheidet dieses System. Ein Marktplatz nimmt oft nur einen Preis, ein Onlineshop je Kundengruppe einen. Nachzulesen unter Kanäle und Aufgaben.
  • Bei Varianten trägt jede Variante ihre eigenen Preise, nicht der Hauptartikel. Siehe Datenmodell.
  • Weicht ein Preis im Shop von dem in TRADElube ab, ist die Nachverfolgung der Ort, an dem sich das je Datensatz und Feld nachsehen lässt.

Weiterführend