Sprachen und Übersetzungen
Wer Produktdaten in mehr als einer Sprache führt, trifft in TRADElube zwei Begriffe, die sich ähnlich anhören und Verschiedenes bedeuten: Sprache und Lokalisierung. Der Unterschied ist keine Wortklauberei, denn an ihm hängt die eine Entscheidung dieser Seite, die sich später nicht mehr bequem ändern lässt.
Sprache und Lokalisierung
Beide werden unter Einstellungen verwaltet, über die Schaltflächen Sprachen und Lokalisierungen.
Eine Sprache ist der Eintrag für die Sprache selbst, mit Name, Kürzel und ISO-Code. Sie ist der technische Anker, an dem ein Zielsystem erkennt, worum es geht.
Eine Lokalisierung ist eine benannte Fassung Ihrer Daten, die auf genau eine Sprache zeigt. Sie ist das, was Sie beim Pflegen tatsächlich vor sich haben: ein Reiter am Datensatz, eine Zuweisung im Transferplan.

Wozu es zwei Begriffe braucht, sieht man erst am zweiten Shop. Mehrere Lokalisierungen dürfen auf dieselbe Sprache zeigen. Ein Händler, der einen Endkundenshop und einen Fachhandelsshop betreibt, kann beide auf Deutsch bedienen und trotzdem zwei verschiedene Fassungen der Texte führen, eine mit Werbetext und eine mit technischer Beschreibung. Die Sprache sagt, in welcher Sprache geschrieben wird, die Lokalisierung, für wen.
Wer diesen Fall nicht hat, merkt vom Unterschied wenig: Dann gibt es je Sprache eine Lokalisierung, und beide tragen denselben Namen.
Die Standard-Lokalisierung wird einmal festgelegt
Eine der Lokalisierungen ist die Standard-Lokalisierung, und sie ist mehr als die erste in der Liste.
Ihre Texte stehen am Datensatz selbst. Deshalb zeigen die Produktliste, jede Auswahl, jeder Verweis und jede Meldung genau diese Fassung, unabhängig davon, auf welche Sprache Sie die Oberfläche gestellt haben. Die weiteren Lokalisierungen stehen daneben und werden nur dort sichtbar, wo ausdrücklich nach ihnen gefragt wird: auf den Sprachreitern der Detailseite und im Transferplan.
Daraus folgt eine Regel, die man einmal hören sollte, bevor sie einen einholt: Die Standard-Lokalisierung wird beim Einrichten festgelegt und danach nicht mehr gewechselt. Ein Wechsel würde die bereits geschriebenen Basistexte stillschweigend zur neuen Sprache erklären, ohne ein einziges Wort zu ändern. Aus deutschen Produktnamen würden englische, die nur zufällig deutsch klingen, und niemand bekäme davon eine Meldung.
Was übersetzbar ist und was nicht
Übersetzbar sind drei der sechs Hauptobjekte: Produkte, Kategorien und Hersteller. Also genau die, deren Texte ein Käufer im Shop liest.

Übersetzbar sind daran die beschreibenden Felder: Name, Kurzbeschreibung, Beschreibung und die Meta-Angaben für Suchmaschinen. Auf der Detailseite stehen sie unter einem Reiter je Lokalisierung, und über die Schaltfläche Hinzufügen kommt eine weitere Fassung dazu.
Alles andere gibt es genau einmal, und das ist kein Versäumnis: Eine Artikelnummer, ein Preis, ein Bestand und ein Gewicht haben keine Sprache.
Eine Ausnahme überrascht regelmäßig und lohnt deshalb die Aufmerksamkeit: Eigenschaften sind nicht übersetzbar, weder ihr Name noch die Einträge ihrer Auswahllisten noch die Werte am Produkt. Eine Eigenschaft „Glanzgrad" mit dem Wert „seidenmatt" gibt es einmal, in der Sprache, in der Sie sie angelegt haben. Wo ein Zielsystem sie in seiner Sprache braucht, führt der Weg über die Zuordnungen des jeweiligen Kanals, wo je Kanal steht, welcher externe Wert einem internen entspricht.
Mehrsprachige Zielsysteme
Ein Onlineshop, der in zwei Sprachen läuft, braucht dafür keinen zweiten Kanal. Im Transferplan der Aufgabe steht je Sprachfeld des Zielsystems eine eigene Zuweisung, und dort wählen Sie, welche Lokalisierung dort ankommt.
Das ist derselbe Mechanismus wie bei jedem anderen Feld, nur mit der Lokalisierung als zusätzlicher Angabe, und es hat zwei angenehme Folgen: Sie können die Sprachen eines Shops einzeln nachziehen, und Sie können dieselbe Lokalisierung in mehrere Systeme schicken, ohne sie zweimal zu pflegen.
Welche Sprachen ein bestimmtes System überhaupt aufnimmt, steht unter Kanäle und Aufgaben. Ein Marktplatz führt oft genau eine.
Ein Shop in zwei Sprachen
Angenommen, Ihr Shop läuft auf Deutsch und Niederländisch. In TRADElube sind das zwei Lokalisierungen, und Deutsch ist die Standard-Lokalisierung, weil Sie Ihre Daten so pflegen. Die Arbeit verteilt sich danach auf drei Stellen:
| Wo | Was dort geschieht |
|---|---|
| Am Produkt | Auf einem zweiten Reiter erfassen Sie Name, Kurzbeschreibung und Beschreibung auf Niederländisch. Nummer, Preis, Bestand und Gewicht bleiben, wo sie sind |
| Im Transferplan des Uploads | Je Sprachfeld des Shops eine Zuweisung, jede mit ihrer Lokalisierung |
| In den Zuordnungen des Kanals | Die Werte der Auswahl-Eigenschaften, also „seidenmatt" gegen „zijdemat" |
Die dritte Zeile ist die, mit der niemand rechnet. Übersetzt werden die beschreibenden Texte, und eine Eigenschaft gehört nicht dazu. Ohne diese Zuordnung liest ein niederländischer Kunde im Filter „seidenmatt", obwohl der Rest der Seite auf Niederländisch steht.
Fehlt eine Übersetzung, bleibt es still: Die Übertragung geht durch, das Feld im Shop bleibt leer, und keine Meldung weist darauf hin. Nach dem Aufschalten einer neuen Sprache lohnt deshalb der Blick in den Shop, an einer Handvoll Artikeln, mehr als der Blick in die Nachverfolgung.
Zusammenspiel
- Die Sprache der Oberfläche und die Sprache der Daten sind unabhängig voneinander. Sie können TRADElube auf Englisch bedienen und dabei deutsche Produkttexte pflegen. Umgeschaltet wird die Oberfläche im Benutzermenü.
- Im Datenmodell hängt jede Übersetzung am Datensatz, nicht an einer eigenen Kopie des Produkts. Es gibt also nicht zwei Produkte, sondern ein Produkt mit zwei Fassungen seiner Texte.
Weiterführend
- Sprachen, Länder, Anreden (Referenz): die Felder der Einstellungen
- Zugang und Mandant: die Sprache der Oberfläche umstellen
- Datenmodell: welche Objekte Texte führen
- Transferplan: wo die Lokalisierung einer Zuweisung steht
- Eigenschaften: warum sie keine Sprachfassung haben