Eigenschaften

Eigenschaften sind frei angelegte Merkmale, die Sie in TRADElube selbst bestimmen und die genauso übertragen werden wie ein fest eingebautes Feld. Es gibt sie nicht nur am Produkt, sondern an allen sechs Hauptobjekten, also auch an Herstellern, Kategorien, Medien, Bestellungen und Kunden.

Der Anlass dafür ist einfach. Jedes Produkt hat eine Artikelnummer, einen Namen und einen Preis, das sind Felder: fest eingebaut, an jedem Produkt vorhanden, und keine Konfiguration bringt sie zum Verschwinden. Was ein Produkt darüber hinaus ausmacht, ist aber von Branche zu Branche verschieden. Ein Farbenhändler führt Ergiebigkeit und Trocknungszeit, ein Werkzeughändler Spannungsangabe und Akkutyp. Für jede solche Angabe ein weiteres Feld in die Software einzubauen, wäre weder machbar noch sinnvoll. Deshalb legen Sie diese Merkmale selbst an, ohne Wartezeit und ohne eine Anpassung an TRADElube.

Eine Eigenschaft legen Sie einmal unter Einstellungen an, über die Schaltfläche Eigenschaften. Danach erscheint sie an allen Datensätzen ihres Objekttyps, gefüllt oder leer, auf derselben Detailseite wie die eingebauten Felder, nur weiter unten. Für die Übertragung spielt die Herkunft keine Rolle: Im Transferplan steht eine Eigenschaft als Zielfeld neben den eingebauten, und im angebundenen System landet sie dort, wo dieses System Merkmale führt. Ein Onlineshop wie Shopware kennt dafür ebenfalls den Begriff Eigenschaft und fasst sie zu Eigenschaften-Gruppen zusammen.

Erst prüfen, ob es das Feld schon gibt

Bevor Sie eine Eigenschaft anlegen, lohnt der Blick auf die eingebauten Felder. Einiges, wonach man zuerst als Eigenschaft greift, ist am Produkt längst vorhanden: Breite, Höhe, Länge, Gewicht, EAN, Hersteller Produktnummer, Erscheinungsdatum, Basisgröße und Lieferzeit.

Der Unterschied ist nicht kosmetisch. Ein eingebautes Feld hat im Zielsystem sein festes Gegenstück, das Gewicht landet im Shop also im Gewichtsfeld, wo es zum Beispiel in die Versandkostenberechnung eingehen kann. Dieselbe Angabe als Eigenschaft landet stattdessen bei den Merkmalen und wird dort bestenfalls angezeigt. Sind am Ende beide gefüllt, kommt die doppelte Pflege dazu und die Frage, welcher der beiden Werte der gültige ist.

Eine Eigenschaft ist also für das gedacht, was es am Datensatz noch nicht gibt. Welche Felder das jeweilige Objekt mitbringt, steht unter Produkte.

Wo Eigenschaften geführt werden

TRADElube führt Eigenschaften für sechs Objekte, und in den Einstellungen steht je Objekt ein Reiter: Produkte, Hersteller, Kategorien, Medien, Bestellungen und Kunden.

Das ist mehr als eine Vollständigkeitsangabe. Eine Anforderung endet selten am Produkt: Ein Merkmal an der Bestellung, über das sich Bestellungen später aufteilen lassen, eine Kennzeichnung am Kunden, eine Angabe am Medium für die Bildverwaltung. Jedes davon legen Sie genauso an wie ein Produktmerkmal und weisen es genauso im Transferplan zu, ohne Umweg und ohne dass an TRADElube etwas geändert werden muss.

Hier beginnt der Weg, auf dem sich TRADElube an Ihre Arbeitsweise anpasst statt umgekehrt. Er führt über den Transferplan, wo entschieden wird, wohin ein solches Merkmal im angebundenen System geht, und endet erst bei den Skripten, mit denen sich sein Wert berechnen lässt.

Jeder Objekttyp hat seinen eigenen Bestand, gemeinsame Eigenschaften über mehrere hinweg gibt es nicht. Eine Eigenschaft „Farbton" am Produkt und eine gleichnamige am Hersteller sind zwei verschiedene Dinge, mit eigener Werteliste und eigener Zuweisung im Transferplan.

Ob eine Eigenschaft im angebundenen System ankommt, entscheidet dieses System: Ein Onlineshop kennt Merkmale am Produkt, aber nicht unbedingt am Kunden. Was das jeweilige System aufnimmt, steht unter Kanäle und Aufgaben.

Die sieben Eigenschaftstypen

Der Typ wird beim Anlegen gewählt und entscheidet, was eingegeben werden kann und wie der Wert übertragen wird. Später lässt er sich nicht wechseln.

Menü der Schaltfläche Neu mit den sieben Eigenschaftstypen

Typ Wofür Beispiel
Text Freitext, wahlweise einzeilig, mehrzeilig oder formatiert Pflegehinweis
Logisch Ja oder Nein, ein Kontrollkästchen Top-Artikel
Ganzzahl Zahl ohne Nachkommastellen Anzahl der Teile
Dezimalzahl Zahl mit einstellbaren Nachkommastellen Ergiebigkeit in m² je Liter
Datum Ein Datum Haltbarkeitsdatum
Datum und Uhrzeit Datum mit Uhrzeit Beginn einer Aktion
Auswahl Ein Wert aus einer festen Liste Farbton, Ausführung

Die Wahl wirkt weiter, als sie aussieht, und deshalb lohnt sie eine Minute Nachdenken. Der Typ entscheidet mit, was im Transferplan als Quelle angeboten wird, denn die Auswahllisten dort sind nach Datentyp gefiltert: Ein Zahlenfeld nimmt keine Textspalte an. Der Grund dafür ist die Übertragung selbst. Ein Zielsystem lehnt einen Text ab, wo es eine Zahl erwartet, und dieser Fehler soll bei der Konfiguration auffallen und nicht Wochen später mitten in einer nächtlichen Ausführung. Wer eine Zahl als Text anlegt, merkt das also erst im Transferplan, und dann ist der Typ nicht mehr zu ändern. Eine Angabe wie „0,75 l" ist übrigens Text und keine Dezimalzahl, denn die Einheit gehört zum Wert.

Auswahllisten: warum nicht einfach alles als Text?

Eine Eigenschaft vom Typ Auswahl bringt ihre eigene Werteliste mit. Am Datensatz erscheint dann keine Eingabezeile, sondern eine Auswahl. Das kostet beim Einrichten etwas mehr Aufwand als ein Textfeld, und die Frage, warum man ihn treiben soll, ist berechtigt.

Freitext bedeutet, dass „Hellelfenbein", „hellelfenbein" und „Hell-Elfenbein" drei verschiedene Werte sind. Im Zielsystem werden daraus drei verschiedene Merkmale, nach denen ein Kunde einzeln filtern müsste. Bei einer Auswahl gibt es den Wert genau einmal. Für Onlineshops ist das der Unterschied zwischen einem brauchbaren Filter und einer unbenutzbaren Liste, und bei Varianten entscheidet es darüber, ob der Kunde im Shop überhaupt etwas auswählen kann.

Daraus folgt die Faustregel: Sobald sich ein Wert wiederholt, gehört er in eine Auswahlliste.

Den Aufwand dafür können Sie sich weitgehend sparen. Die Option Automatisch Befüllen ist bei einer neuen Auswahl-Eigenschaft von vornherein gesetzt. Die Werteliste füllt sich damit aus den übertragenen Daten selbst, statt dass Sie sie vorab von Hand anlegen. Dazu kommen Ignoriere Groß- und Kleinschreibung und Ignoriere Leerzeichen: Damit wird aus „Hellelfenbein" und „hellelfenbein" beim Befüllen ein Eintrag und nicht zwei. Das ist genau der Fall, an dem eine automatisch gefüllte Liste sonst wieder so unordentlich würde wie Freitext.

Gruppen

Ein Sortiment kommt schnell auf zwanzig oder dreißig Eigenschaften, und eine Detailseite mit dreißig Feldern untereinander liest niemand. Deshalb lassen sich Eigenschaften zu Gruppen zusammenfassen, die Sie frei benennen, etwa Optik, Anwendung und Technische Daten.

In den Einstellungen steht je Gruppe ein Reiter, und die Reihenfolge der Reiter bestimmen Sie ebenso wie die Reihenfolge der Eigenschaften darin. Beides wirkt sich unmittelbar darauf aus, wie die Detailseite aussieht.

Eigenschaften-Einstellungen mit den Reitern der Objekttypen und der Gruppen

Eine Gruppe ist keine Pflicht. Eigenschaften ohne Gruppe stehen unter dem ersten Reiter Standard, und am Datensatz erscheinen sie vor allen Gruppen, als gewöhnliche Felder. Die Gruppen selbst sind dort aufklappbare Bereiche. Das ist die praktische Aufteilung: Was fast immer gefüllt wird, bleibt ohne Gruppe und damit sichtbar, und was selten gebraucht wird, wandert in eine Gruppe und steht zugeklappt.

Bereich Eigenschaften am Produkt mit zwei ungruppierten Feldern über drei zugeklappten Gruppen

Vom Anlegen bis in den Filter im Shop

Angenommen, Sie führen Wandfarben, und Ihre Kunden sollen im Shop nach dem Glanzgrad filtern können. Der Weg dahin hat vier Schritte, und die Werteliste tippen Sie in keinem davon:

  1. Unter Einstellungen, Schaltfläche Eigenschaften, im Reiter Produkte legen Sie Glanzgrad als Eigenschaft vom Typ Auswahl an. Automatisch Befüllen ist dabei schon gesetzt.
  2. Im Transferplan des Imports weisen Sie ihr die Spalte der Lieferantendatei zu. Die nächste Ausführung trägt die Werte ein, wie die Datei sie liefert: matt, seidenmatt, glänzend.
  3. Im Transferplan des Uploads ergänzen Sie eine Zuweisung, damit die Eigenschaft in den Shop geht.
  4. Im Shop steht sie bei den Merkmalen, und der Filter zeigt drei Werte.

Schritt drei ist der, der vergessen wird. Eine Eigenschaft ohne Zuweisung im Upload ist in TRADElube gefüllt und im Shop nicht vorhanden, und keine Ausführung schlägt deswegen fehl, weil aus Sicht der Übertragung nichts falsch ist. Ohne diese Zeile suchen Sie den Fehler im Shop, wo er nicht liegt.

Bei zwei Lieferanten kommt der zweite übliche Stolperstein dazu. Liefert der eine „seidenmatt" und der andere „Seidenmatt", stehen ohne Ignoriere Groß- und Kleinschreibung vier Werte im Filter, von denen zwei dasselbe meinen. Mit der Option ist es einer, und die Filterliste im Shop bleibt die, die ein Kunde erwartet.

Nicht jede Eigenschaft muss diesen Weg gehen. Eine Kennzeichnung, die nur Ihrer eigenen Sortierung dient, lassen Sie im Transferplan des Uploads einfach weg. Die Eigenschaft bleibt dann in TRADElube, und das ist völlig in Ordnung.

Zusammenspiel

  • Eigenschaften richten Sie unter Einstellungen ein und füllen sie am einzelnen Datensatz. Das erste geschieht einmal, das zweite dauernd.
  • Im Transferplan steht je Eigenschaft eine eigene Zuweisung, und zwar in jedem Plan, der sie mitnehmen soll.
  • Der Kanal bestimmt über seine Zuordnungen, welches Merkmal des Zielsystems eine Eigenschaft trifft.
  • Bei Varianten tragen Eigenschaften vom Typ Auswahl die Unterscheidung: Aus ihnen wird im Shop die auswählbare Ausführung.

Weiterführend