Benutzerdefiniert
Der benutzerdefinierte Kanal bindet kein bestimmtes System an, sondern Dateien: CSV, XLS, XML und JSON. Er ist der Kanal für die Artikeldatei eines Lieferanten, für einen Datenfeed, den ein Partner von Ihnen erwartet, und für alles, wofür es keinen fertigen Kanaltyp gibt. In der Auswahl der Kanaltypen steht er in der Gruppe Allgemein und heißt Benutzerdefiniert.
Die Gegenseite ist hier nicht vorkonfiguriert, Sie beschreiben sie selbst. Das ist mehr Arbeit am Anfang und der Grund, warum eine Lieferantendatei nicht erst umformatiert werden muss. Sie beschreiben den Aufbau der Datei einmal als Datenformat und bilden ihn im Transferplan ab, statt jeden Lieferanten in ein Format zu zwingen, das er nicht liefert.
Voraussetzungen
| Was | Wozu |
|---|---|
| Eine Datei in einem der vier Formate | Sie ist die Quelle beim Import und das Ergebnis beim Export |
| Ein gleichbleibender Aufbau der Datei | Spaltennamen und Struktur werden einmal beschrieben. Ändert der Lieferant sie, ändert sich auch das Datenformat |
| Eine Datenquelle, wenn die Datei automatisch abgeholt oder abgelegt werden soll | FTP, SFTP oder HTTP, siehe Datenquellen |
Zugangsdaten braucht dieser Kanal nicht, denn er meldet sich nirgends an. Die Anmeldung, falls eine nötig ist, gehört zur Datenquelle und nicht zum Kanal.
Einrichten
Ein geöffneter benutzerdefinierter Kanal hat vier Bereiche:
| Bereich | Inhalt |
|---|---|
| Allgemein | Der Name des Kanals |
| Konfiguration | Das Feld Oberste Kategorie. Leer heißt „alle Kategorien der obersten Ebene" |
| Datenformate | Der Aufbau der Dateien, die dieser Kanal liest und schreibt |
| Nachverfolgung | Die Übertragungen dieses Kanals, neueste zuerst |
Es gibt keinen Bereich Zugangsdaten und keinen Bereich Zuordnungen. Zuordnungen wären hier ohne Gegenstück: Sie paaren Listen, die es auf beiden Seiten gibt, und eine Datei führt keine Liste der Zahlungsarten. Was einem Wert aus der Datei entspricht, entscheidet stattdessen der Transferplan, Zeile für Zeile.
Datenformate
Ein Datenformat beschreibt eine Datei: welchen Typ sie hat, wie sie aufgebaut ist und welche Felder darin vorkommen. Sie legen es einmal an und geben ihm einen Namen, unter dem es Ihnen später wieder begegnet, in der Aufgabe und beim Hochladen einer Datei. Ein Kanal darf mehrere Datenformate führen, und das ist der Normalfall: Die Artikelliste eines Lieferanten und seine Bestandsliste sind zwei Dateien und damit zwei Formate.
| Typ | Wofür |
|---|---|
| CSV | Der häufigste Fall bei Lieferantendaten. Trennzeichen und Zeichensatz stellen Sie am Format ein |
| XLS | Eine Tabellenkalkulationsdatei |
| XML | Geschachtelte Daten, etwa ein Katalog mit Artikeln und darunter ihren Varianten |
| Json | Der übliche Aufbau eines Datenfeeds |

Ein geöffnetes Datenformat zeigt oben, wie die Datei zu lesen ist. Bei einem CSV sind das Zeichensatz, Feldtrenner, Text Begrenzer, Escape Zeichen und das Kontrollkästchen Spalten aus Kopfzeile. Darunter liegt die Schaltfläche Hochladen, und ganz unten die Liste der Felder mit den Spalten Name und Datentyp, darüber Neu, Löschen, Nach Oben und Nach Unten. Schaltfläche und Feldliste sind bei allen vier Typen dieselben, die Angaben darüber nicht.
Ein XLS-Datenformat trägt an derselben Stelle andere Angaben, denn eine Arbeitsmappe braucht weder Zeichensatz noch Trennzeichen. Gemeinsam ist beiden nur Spalten aus Kopfzeile. Dazu kommen Tabellenblätter (Komma getrennt) mit den Tabellenblättern, die gelesen werden sollen, und Tabellenblattspalte mit dem Namen, unter dem der Name des Tabellenblatts als zusätzliche Spalte in jedem Datensatz steht. Ab Werk heißt sie Sheet. Bleibt Tabellenblätter (Komma getrennt) leer, liest TRADElube alle Tabellenblätter der Mappe.
Beim Hochladen einer Mappe mit mehreren Tabellenblättern fragt TRADElube zuerst, welche davon gelesen werden sollen. Der Dialog Tabellenblätter auswählen zeigt sie zur Auswahl, mindestens eines muss angehakt sein, und was Sie hier wählen, schreibt TRADElube in Tabellenblätter (Komma getrennt). Bei einer Mappe mit einem einzigen Tabellenblatt entfällt die Frage.

Diese Liste tippen Sie nicht ab. Über die Schaltfläche Hochladen übergeben Sie eine Beispieldatei, und TRADElube übernimmt daraus die Spalten samt einem Vorschlag für den Datentyp. Bei einer Datei mit sechzig Spalten ist das der Unterschied zwischen einer Minute und einem Nachmittag.
Beim ersten Hochladen geschieht das ohne Rückfrage, denn es gibt noch keine Feldliste, an der etwas verloren gehen könnte. Steht sie schon und ändert die neue Datei etwas daran, fragt TRADElube vorher. Der Dialog Felder übernehmen führt die Änderungen in drei Zeilen zum Anhaken auf, je eine fürs Anlegen, fürs Ändern und fürs Löschen von Feldern, jede mit der Zahl der betroffenen Felder und ihren Namen darunter. Bei XML und JSON zählt er auch Knoten mit, weil dort die Struktur selbst aus der Datei kommt.
Anlegen und Ändern sind vorbelegt, das Löschen nicht. Ein gelöschtes Feld nimmt jeder Zuweisung im Transferplan ihre Quelle, und das ist die einzige der drei Änderungen, die Arbeit vernichtet. Was Sie abwählen, wird nicht angewandt, und Abbrechen lässt die Feldliste ganz unberührt. Ohne Spalten aus Kopfzeile ordnet TRADElube ohnehin über die Reihenfolge zu statt über den Namen: Dann gibt es nichts zu löschen, anzulegen nur, was über die gespeicherte Liste hinausgeht, und zu ändern allein den Datentyp.
Das Löschen abzuwählen lohnt auch über den Einzelfall hinaus. Die Felder, die die hochgeladene Datei nicht kennt, bleiben dann stehen, und wer nacheinander mehrere leicht voneinander abweichende Lieferantendateien in dasselbe Datenformat liest, bekommt so eine einzige Feldliste, die zu allen passt. Der Transferplan bleibt einer, und eine Datei, der eine Spalte fehlt, liefert für dieses Feld eben nichts.
Danach ändern Sie einzelne Einträge von Hand, was vor allem beim Datentyp vorkommt. Der Datentyp ist die Angabe, die später am meisten Wirkung hat: Die Auswahlliste einer Zuweisung im Transferplan ist danach gefiltert, ein Textfeld bietet also nur Textspalten an. Fehlt dort eine Spalte, die es in der Datei nachweislich gibt, liegt das fast immer am Typ im Datenformat und nicht an der Zuweisung.

Wie die Datei zur Aufgabe kommt
Jede Aufgabe dieses Kanals braucht eine Datei, und dafür gibt es zwei Wege. Beide stehen nebeneinander zur Verfügung, Sie müssen sich nicht für einen entscheiden.
Der eine Weg ist die Übergabe von Hand. Ist für die Aufgabe kein Endpunkt eingerichtet, fragt TRADElube nach der Datei: Sie starten die Aufgabe über die Schaltfläche Ausführen, und es öffnet sich ein Fenster mit einer Schaltfläche je Datenformat. Erst wenn Sie die Datei übergeben und bestätigt haben, läuft die Aufgabe. Brechen Sie ab, bleibt alles, wie es war. Beim Export ist es umgekehrt: Am Ende der Ausführung bietet TRADElube die erzeugte Datei zum Herunterladen an. Das ist der Weg für den einmaligen Fall und für den ersten Versuch mit einer neuen Datei.
Der andere Weg ist ein Endpunkt. Im Bereich Konfiguration der Aufgabe legen Sie unter Endpunkte fest, woher die Datei kommt oder wohin sie geht.

Ein Endpunkt trägt einen Namen, eine Datenquelle und ein Datenformat, also etwa „vom SFTP-Server des Lieferanten, als CSV". Legen Sie ihn über die Schaltfläche Hinzufügen über der Tabelle an. Erst damit läuft die Aufgabe nach Zeitplan, ohne dass jemand eine Datei hochlädt.
Verfügbare Aufgaben
Sieben Aufgaben, fünf herein und zwei hinaus. Importieren heißt aus der Datei nach TRADElube, Exportieren umgekehrt.
| Aufgabe | Richtung | Überträgt | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Kategorien Importieren | Import | Kategorien | Nur nötig, wenn der Baum aus einer eigenen Datei kommt. Aus einer Produktdatei entstehen die Kategorien mit dem Produktimport |
| Hersteller Importieren | Import | Hersteller | Steht meist vor dem Produktimport, der auf die Hersteller verweist |
| Produkte Importieren | Import | Produkte samt Varianten, Preisen, Beständen, Kategorien, Medien und Eigenschaften | Die umfangreichste Aufgabe des Kanals. Ein Plan je Ebene, wenn die Datei Haupt- und Variantenartikel in einer Zeile führt |
| Lagerbestände Importieren | Import | Nur die Bestände | Getrennt von den Produkten, damit eine tägliche Bestandsdatei nicht den ganzen Katalog anfasst |
| Bestellungen Importieren | Import | Bestellungen samt Positionen und Adressen | Legt auf Wunsch auch den Kunden an, der noch nicht in TRADElube steht |
| Produkte Exportieren | Export | Produkte | Mit einem Filter, der bestimmt, welche Produkte in die Datei kommen |
| Bestellungen Exportieren | Export | Bestellungen | Der übliche Weg zu einem System, das keine eigene Anbindung hat |
Besonderheiten und Grenzen
Eine Verbindungsprüfung gibt es nicht, weil es nichts gibt, woran der Kanal sich anmelden könnte. Ob eine Datei zum Datenformat passt, zeigt sich deshalb erst in der Ausführung. Der erste Versuch mit einer neuen Datei gehört aus diesem Grund von Hand hochgeladen und nicht in einen Zeitplan.
Der Aufbau der Datei muss stabil bleiben, und was das heißt, entscheidet Spalten aus Kopfzeile. Ist das Kästchen gesetzt, zählt allein der Name: Eine neue oder verschobene Spalte stört nicht, eine umbenannte schon. Ist es leer, zählt allein die Reihenfolge, und es ist umgekehrt.
Eine Umbenennung ist für TRADElube deshalb kein Ändern, sondern ein Löschen und ein Anlegen, und das gelöschte Feld nimmt seine Zuweisungen mit. Wer sie kommen sieht, hält den Schaden klein: Wählen Sie im Dialog Felder übernehmen das Löschen ab, dann steht das alte Feld neben dem neuen, und die Zuweisung im Transferplan hängen Sie um, statt sie neu zu setzen. Dasselbe gilt fürs Ändern, wenn eine spätere Datei einen Datentyp weitet: Übernehmen Sie die Änderung nicht, behält eine Zuweisung auf ein numerisches Ziel ihre Quelle.
Der Transferplan einer neuen Aufgabe ist leer, und das ist bei diesem Kanal so gewollt: Welche Ebenen Ihre Datei hat, wissen nur Sie. Über Hinzufügen legen Sie den Plan an und darin im Abschnitt Aufbau den Datensatz auf eines Ihrer Datenformate. Erst danach haben die übrigen Abschnitte etwas, woraus sie lesen oder worin sie schreiben können.
Für Medien gibt es keine eigene Aufgabe. Bilder kommen mit dem Produkte Importieren, das auch beschreibt, wie TRADElube an die Bilddatei kommt.
Nicht jedes Objekt lässt sich in beide Richtungen bewegen. Kategorien, Hersteller und Bestände kommen herein, aber nicht hinaus. Kunden weder noch, sie entstehen mit der Bestellung. Wer eine Liste dieser Objekte als Datei braucht, nimmt den Export der Produkte oder der Bestellungen, in dem sie als Feld mitgehen.
Weiterführend
- Produkte aus Datei importieren: der vollständige Weg von der Lieferantendatei bis zum Produkt
- Datenquellen einrichten: FTP, SFTP und HTTP als Quelle oder Ziel
- Datenquellen (Referenz): die Felder je Quellentyp
- Transferplan: Aufbau, Datensatz, Gruppierung und Replikation
- Kanäle: was ein Kanal ist und was der Kanaltyp entscheidet
- Kanäle und Aufgaben (Referenz): alle Felder und Schaltflächen eines Kanals, dazu die übrigen angebundenen Systeme