Kanäle

Ein Kanal ist die Verbindung von TRADElube zu einem angebundenen System: zu einem Onlineshop, einem Marktplatz, einem Warenwirtschaftssystem, einer Buchhaltung oder zu einer Datei, die ein Lieferant bereitstellt. Im Kanal steht, mit wem TRADElube spricht und womit es sich dort anmeldet. Was übertragen wird und wann, steht je nach Bauart des Kanals an anderer Stelle.

Wie viele Kanäle Sie führen, ist Ihre Entscheidung, und auch mehrere desselben Typs sind vorgesehen. Zwei Shopware-Shops, eine Warenwirtschaft und drei Lieferantendateien nebeneinander sind ein gewöhnlicher Aufbau, kein Sonderfall. Jeder Kanal bringt seine eigenen Zugangsdaten, seine eigene Konfiguration und seine eigene Nachverfolgung mit, und keiner weiß vom anderen. Deshalb lässt sich einer davon abschalten, austauschen oder neu aufsetzen, ohne die übrigen anzufassen.

Was ein Kanal ist

Jeder Kanal ist ein Eintrag unter dem Navigationspunkt Kanäle. Er trägt einen Namen, den Sie frei vergeben, und dahinter alles, was für die Verbindung zu genau diesem System nötig ist. Den Namen wählen Sie einmal und begegnen ihm danach überall wieder: an der Aufgabe, in der Nachverfolgung und am einzelnen Datensatz. Ein sprechender Name zahlt sich deshalb schnell aus, „Shopware Demoshop" führt weiter als „Shop 2".

Kanalliste mit ausgewähltem Kanal und aktiver Werkzeugleiste

Ein Kanal ist an einen Kanaltyp gebunden, also an das System, mit dem er spricht. Er entscheidet mehr, als der Name vermuten lässt: Ein Onlineshop meldet sich anders an als eine Datei auf einem Server, und er kann andere Dinge übertragen. Welche das im Einzelnen sind, steht bei jedem System unter Kanäle und Aufgaben.

Der Typ steht beim Anlegen fest und lässt sich danach nicht mehr wechseln. Der Grund liegt an dem, was daran hängt: die verfügbaren Aktionen, die Zuordnungslisten, die Transferpläne und je Datensatz die Kanalzuordnung zu seinem Gegenstück im angebundenen System. Ein Typwechsel würde all das ungültig machen, ohne dass die Datensätze auf der Gegenseite verschwinden. Wer auf ein anderes System umsteigt, bekommt deshalb einen zweiten Kanal, und dass mehrere nebeneinander laufen, ist ohnehin vorgesehen.

Richtung: Import und Export

Ein Kanal überträgt in beide Richtungen, aber nie in einem Zug. Jede Übertragung hat genau eine Richtung, und die gehört zur einzelnen Aktion, nicht zum Kanal:

  • Import heißt, dass Daten aus dem angebundenen System nach TRADElube kommen. Typisch dafür sind Bestellungen und Kunden aus einem Onlineshop oder Artikeldaten aus einer Lieferantendatei.
  • Export heißt, dass TRADElube Daten in das angebundene System schreibt. Typisch dafür sind Produkte, Kategorien, Bilder, Preise, Bestände und der Bestellstatus.

Welche Richtungen ein Kanal beherrscht, entscheidet der Kanaltyp und nicht die Konfiguration. Ein Onlineshop wie Shopware bietet für Produkte beide Richtungen an, ein Marktplatz wie Shöpping überträgt dagegen ausschließlich Bestellungen und Bestellstatus. Was das einzelne System kann, steht auf seiner Kanalseite.

Zwei Bauarten von Kanälen

Nicht jeder Kanal wird von TRADElube aus angesprochen, und daran hängt, wo Zeitplan und Transferplan stehen.

Der Regelfall ist der Kanal, den TRADElube von sich aus anspricht, etwa bei Onlineshops, Marktplätzen oder dem benutzerdefinierten Kanal. TRADElube meldet sich am angebundenen System an und liest oder schreibt dort. Jede Übertragung ist eine Aufgabe, und an ihr hängen der Zeitplan und der Transferplan.

Andersherum laufen die Connectoren, heute etwa der CAO-Faktura- und der JTL-Wawi-Connector: Ein Programm auf der Seite des angebundenen Systems meldet sich bei TRADElube an und holt sich, was es braucht. Wann das geschieht, entscheidet dieses Programm. Es gibt deshalb weder Aufgaben noch einen Zeitplan, und die Transferpläne stehen im Kanal selbst, im Bereich Transferpläne mit einem Register je Aktion. Auch die Zugangsdaten laufen andersherum: TRADElube stellt sie aus, sie sind nur lesbar, und über die Schaltfläche Neu Erstellen ersetzen Sie sie durch ein neues Paar.

Für den Alltag ist der Unterschied klein: Bei einem Connector entfällt die Zeitplanung, weil sie auf der anderen Seite steht. Er kostet Sie also eine Einstellung weniger, nicht eine mehr.

Welche Kanaltypen es gibt, wächst mit dem Produkt, und beide Bauarten wachsen mit. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf die Beispiele oben, sondern auf zwei Merkmale, die bleiben: Ein Connector trägt das Wort im Namen seines Kanaltyps, und sein Kanal lässt sich unter Aufgaben nicht als Ziel auswählen. Welche Systeme angebunden werden können, steht unter Kanäle und Aufgaben.

Konfiguration und Zugangsdaten

Ein geöffneter Kanal ist in aufklappbare Bereiche gegliedert. Die Bereiche Allgemein und Nachverfolgung hat jeder Kanal, die übrigen hängen vom Kanaltyp ab:

Bereich Wofür er da ist
Allgemein Der Name des Kanals
Zugangsdaten Womit TRADElube sich am angebundenen System anmeldet. Fehlt bei Kanaltypen, die sich nirgends anmelden
Konfiguration Was für alle Aufgaben dieses Kanals gilt, im Unterschied zum Transferplan, der zu je einer Aufgabe gehört. Fehlt bei Kanaltypen, an denen es nichts kanalweit einzustellen gibt
Zuordnungen Wertepaarungen zwischen beiden Seiten, je Liste ein Reiter mit den Spalten Extern und Intern. Damit trifft der Bestellstatus des Shops den passenden Status in TRADElube, und die Anrede eines Kunden die passende Anrede
Nachverfolgung Die Übertragungen dieses Kanals, neueste zuerst. Der erste Ort, an dem man nachsieht, wenn etwas fehlt, siehe Nachverfolgung

Ein Kanaltyp kann eigene Bereiche mitbringen und andere weglassen. Der benutzerdefinierte Kanal hat weder Zugangsdaten noch Zuordnungen, dafür den Bereich Datenformate mit dem Aufbau der Dateien, die er einliest. Ein Connector hat zusätzlich den Bereich Transferpläne, siehe oben. Ein fehlender Bereich ist dabei keine Lücke, sondern die Auskunft, dass es an dieser Stelle nichts einzustellen gibt.

Die Zugangsdaten gehören dem angebundenen System und werden dort ausgestellt, nicht in TRADElube. Sie sind damit der Teil, der sich am ehesten ohne Ihr Zutun ändert. Alle Aufgaben eines Kanals verwenden dieselben Zugangsdaten. Wird im Zielsystem ein Zugang zurückgezogen, fallen sie deshalb gemeinsam aus.

Zugangsdaten eines Shopware-Kanals mit der Schaltfläche Verbinden

Ob sie stimmen, prüfen Sie mit der Schaltfläche Verbinden, ohne dass dafür eine Übertragung laufen muss: TRADElube meldet sich sofort an und antwortet mit der Meldung Verbindung erfolgreich oder Verbindung fehlerhaft samt dem Text, den das System zurückgegeben hat. Das ist der schnellste Weg, eine Störung einzugrenzen, denn er trennt „die Anmeldung geht nicht" von „die Daten passen nicht".

Mehrere Kanäle desselben Typs

Denselben Kanaltyp mehrfach anzubinden ist vorgesehen, etwa zwei Shopware-Shops für zwei Länder oder einen produktiven Shop und einen Testshop. Unterscheiden müssen sich die Kanäle nur im Namen.

Eine Kopie ist das nicht: Ein Produkt, das in beide Shops geht, hat je Shop eine eigene Kanalzuordnung und kann in jedem eine andere Nummer tragen. Auch der Umfang darf sich unterscheiden, etwa wenn ein Shop nur einen Teil des Sortiments zeigt.

Ein üblicher Aufbau

Angenommen, Sie verkaufen über einen Shopware-Shop, beziehen Artikeldaten von zwei Lieferanten als Datei und führen Ihre Buchhaltung in CAO-Faktura. Das sind vier Kanäle:

Name des Kanals Kanaltyp Was darüber läuft
Hauptshop Shopware Produkte, Kategorien, Bilder, Preise und Bestände hinaus, Bestellungen und Kunden herein
Artikeldaten Nord benutzerdefiniert Artikeldaten aus einer Datei herein
Artikeldaten Süd benutzerdefiniert dasselbe, aus einer anders aufgebauten Datei
Buchhaltung CAO-Faktura-Connector Bestellungen und Stammdaten, abgeholt vom Programm auf der anderen Seite

Die beiden Lieferantenkanäle sind vom selben Kanaltyp und trotzdem zwei Kanäle. Jeder liest eine anders aufgebaute Datei, und der Aufbau steht im Kanal. Ein Kanal für beide würde bedeuten, dass jede Änderung an einer der beiden Dateien die andere gefährdet.

Der vierte fällt aus der Reihe, weil er ein Connector ist: Er hat keine Aufgaben und keinen Zeitplan, seine Transferpläne stehen im Kanal, und CAO-Faktura entscheidet selbst, wann es sich meldet.

Was das im Störfall bedeutet, zeigt sich an einem gewöhnlichen Montag: Der Shop zieht seinen Zugang zurück, weil dort jemand die Zugangsdaten neu erzeugt hat. Dann fällt der Kanal Hauptshop aus, und mit ihm alle seine Aufgaben. Die beiden Lieferantenimporte laufen weiter, die Buchhaltung holt weiter ab, und die Nachverfolgung zeigt die Störung an dem einen Kanal, an dem sie auftritt. Sie tragen neue Zugangsdaten ein, prüfen sie mit Verbinden, und die liegen gebliebenen Datensätze werden beim nächsten Mal nachgeholt.

Woher ein neuer Kanal kommt

Das Anlegen eines Kanals übernehmen wir, zusammen mit den Aufgaben, die dazugehören. Der Grund ist der Schaden, den die Alternative anrichten könnte: Eine unfertig eingerichtete Übertragung schreibt in ein fremdes System, und was dort einmal steht, holt keine Korrektur in TRADElube zurück.

Alles Weitere stellen Sie selbst ein, also Zugangsdaten, Konfiguration und Zuordnungen. Und wenn Sie das lieber abgeben, machen wir auch das.

Der Weg dorthin führt über die Schaltfläche Neu in der Kanalliste. Dort stehen die Kanaltypen nach Art des Systems gruppiert, und ein Klick auf einen Eintrag führt nicht in einen Anlagedialog, sondern auf eine Seite mit dem Kontakt.

Auswahl des Kanaltyps mit sechs Gruppen, vom benutzerdefinierten Kanal bis zu den Diensten

Einträge mit dem Zusatz bisher nicht verfügbar sind geplant und noch nicht nutzbar, alpha und beta kennzeichnen Kanäle in Erprobung.

Zusammenspiel

Der Kanal allein überträgt nichts. Er ist die Verbindung, und drei weitere Dinge setzen darauf auf:

  • Eine Aktion ist eine einzelne Übertragung, etwa „Produkte Hochladen". Welche es gibt, bringt der Kanaltyp mit.
  • Ein Transferplan bestimmt, welches Feld wohin geschrieben wird. Bei einem Kanal mit Aufgaben hängt er an der Aufgabe, beim Connector am Kanal.
  • Eine Kanalzuordnung merkt sich je Datensatz, welches Gegenstück er im angebundenen System hat, damit die Aufgabe ihn beim nächsten Mal wiederfindet statt ihn ein zweites Mal anzulegen.

Was am Ende tatsächlich gelaufen ist, steht in der Nachverfolgung, und zwar am Kanal wie am einzelnen Datensatz.

Löschen Sie einen Kanal, gehen seine Kanalzuordnungen mit. Eine spätere Übertragung über einen neuen Kanal legt die Datensätze im angebundenen System deshalb erneut an.

Weiterführend